Saint-Leu auf La Réunion: Sehenswürdigkeiten & Erlebnisse
25. Oktober 2026
Zwischen Korallenlagune und steilen Höhenlagen bündelt Saint-Leu einige der charakteristischsten Erlebnisse der Westküste La Réunions. Im Küstenzentrum liegen Strand, Hafen und kreolische Restaurants nah beieinander; wenige Kilometer entfernt folgen das Schildkrötenzentrum Kélonia, die Salzlandschaft Pointe au Sel und das Museum Stella Matutina.
Besonders eindrucksvoll ist der Wechsel der Perspektiven: morgens über einem flachen Riff schnorcheln, mittags die Zucker- und Kolonialgeschichte der Insel erkunden und später beim Gleitschirmflug auf die Küste hinabsehen. Saint-Leu gehört politisch zu Frankreich, liegt geografisch jedoch im Indischen Ozean vor Ostafrika und wird entsprechend Afrika zugerechnet.
Saint-Leu auf einen Blick
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Saint-Leu

Kélonia: Meeresschildkröten verstehen und schützen
Kélonia an der Pointe des Châteaux ist weit mehr als ein Aquarium. Das öffentlich zugängliche Observatorium für Meeresschildkröten verbindet Ausstellung, Umweltbildung, Forschung und die Versorgung verletzter Tiere. Große Becken erlauben nahe Einblicke, ohne eine Begegnung im offenen Meer erzwingen zu müssen. Schautafeln und audiovisuelle Stationen erläutern Lebenszyklen, Wanderungen, Gefährdungen und die historische Beziehung zwischen Menschen und Schildkröten im Indischen Ozean.
Die Anlage eignet sich besonders für Familien, weil komplexe ökologische Zusammenhänge anschaulich erklärt werden. Zugleich bleibt die Präsentation wissenschaftlich fundiert: Plastikmüll, Fischerei, Kollisionen mit Booten und der Verlust geeigneter Lebensräume werden nicht ausgeblendet. Für Kélonia sollte man mehrere Stunden einplanen, wenn neben den Becken auch die Ausstellungen in Ruhe betrachtet werden sollen.
Der Standort liegt westlich des Küstenzentrums an der Pointe des Châteaux und nicht unmittelbar an der zentralen Strandpromenade. Kélonia lässt sich gut mit La Maison du Coco oder einem Küstenstopp verbinden. Wer Meeresschildkröten später beim Schnorcheln sieht, hält Abstand, versperrt nicht den Weg zur Oberfläche und verzichtet auf Berührungen oder Fütterung.
Lagune und Plage de Saint-Leu
Vor dem Zentrum breitet sich eine flache, durch das Korallenriff geschützte Lagune aus. Die Plage de Saint-Leu ist weniger ein breiter Postkartenstrand als ein stadtnaher Badebereich mit hellem Sand, Korallenboden und ruhigen Abschnitten. Von der Uferpromenade führen mehrere Zugänge ans Wasser; Cafés, Restaurants und der kleine Hafen liegen in der Nähe.
Bei klarer Sicht eignet sich die Lagune zum Schnorcheln. Zwischen Korallenblöcken leben unterschiedliche Rifffische, gelegentlich ziehen Meeresschildkröten durch die Küstengewässer. Sichtungen sind allerdings nie garantiert. Badeschuhe können an steinigen Einstiegen hilfreich sein, dürfen aber nicht dazu verleiten, auf Korallen zu treten. Korallen sind lebende, empfindliche Organismen und Teil des geschützten Riffsystems.
Lagune, offener Ozean und Surfzone müssen klar unterschieden werden. Gebadet wird ausschließlich dort, wo es die örtliche Beschilderung erlaubt. Wasserstand, Brandung und Strömung können sich verändern; besonders bei stärkerem Seegang reicht die Wirkung der Wellen bis in sonst ruhige Bereiche hinein. Die ausgewiesenen Zonen und Hinweise der Rettungsdienste haben deshalb Vorrang vor allgemeinen Reiseempfehlungen.
Musée Stella Matutina: Zucker als Inselgeschichte
Das Musée Stella Matutina befindet sich in Piton Saint-Leu auf dem Gelände einer ehemaligen Zuckerfabrik. Seine Ausstellung erzählt nicht nur von Maschinen, Zuckerrohr und industrieller Verarbeitung, sondern ordnet die Produktion in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte La Réunions ein. Zucker war ein Motor der kolonialen Inselökonomie und eng mit Sklaverei, Arbeitsmigration, Vertragsarbeit und tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen verbunden.
Historische Anlagen, Modelle, Filme und interaktive Elemente zeigen, wie aus Zuckerrohr Rohzucker und Nebenprodukte entstanden. Zugleich wird deutlich, wie sich Landschaft, Verkehrswege und Siedlungen durch die Plantagenwirtschaft veränderten. Das Museum ist damit sowohl Technikmuseum als auch Ort der historischen Auseinandersetzung.
Stella Matutina ist eine gute Wahl für heiße Nachmittage und Regentage. Für Familien bieten die großformatigen Maschinen und multimedialen Stationen einen leichteren Zugang als eine rein textbasierte Ausstellung. Der Standort liegt deutlich oberhalb der Küste; vom Strandzentrum aus ist die Anfahrt per Auto, Taxi oder Bus sinnvoller als ein Fußweg.
Pointe au Sel und Musée du Sel
Südlich des Zentrums verändert sich die Landschaft. An der Pointe au Sel treffen schwarze Lava, helle Salzkrusten, trockene Vegetation und kräftige Brandung aufeinander. Die Küste gehört zu den markantesten Fotomotiven der Gemeinde und zeigt, wie trocken die Westseite La Réunions im Vergleich zu den feuchteren Osthängen sein kann.
In den Salinen wird Meerwasser in flachen Becken verdunstet. Das kleine Musée du Sel erläutert die traditionelle Salzgewinnung und die Arbeitsabläufe in dieser besonderen Kulturlandschaft. Museum, Produktionsbecken und natürlicher Küstenpunkt sind räumlich verbunden, aber nicht identisch. Abgesperrte Salzbecken und Schutzflächen dürfen nicht betreten werden.
Für einen Besuch eignen sich feste Schuhe, Sonnenschutz und ausreichend Wasser. Schatten ist knapp, während Reflexionen auf Salz und Wasser die Sonneneinstrahlung verstärken. An der Brandung ist Abstand zur Kante entscheidend: Einzelne Wellen können wesentlich weiter auf die Lavaflächen laufen, als es vom Parkplatz oder vom Weg aus zunächst wirkt.
Mascarin – Conservatoire botanique national
Das botanische Konservatorium Mascarin liegt in Les Colimaçons, hoch über der Küste. Die Gartenanlage widmet sich der Pflanzenwelt der Maskarenen, zu denen La Réunion, Mauritius und Rodrigues gehören. Sammlungen mit endemischen, bedrohten und traditionell genutzten Arten zeigen, wie vielfältig die Flora dieser Inselgruppe ist.
Besonders aufschlussreich ist der Kontrast zwischen tropischen Nutzpflanzen, trockenen Vegetationsformen und Arten aus feuchteren Höhenstufen. Rund um ein historisches Anwesen führen Wege durch thematische Gartenbereiche. Mascarin verbindet Botanik und Kulturlandschaft und bietet dabei weite Blicke über die Westküste.
Wegen der Höhenlage kann es hier merklich kühler oder wolkiger sein als an der Lagune. Die Gärten sind daher eine angenehme Ergänzung zu Strandtagen, aber kein vollständig überdachtes Schlechtwetterziel. Für Familien, Pflanzeninteressierte und Reisende, die La Réunion nicht nur als Badeinsel kennenlernen möchten, gehört Mascarin zu den lohnendsten Adressen der Gemeinde.
Chapelle Notre-Dame-de-La-Salette
Oberhalb des Zentrums steht die Kapelle Notre-Dame-de-La-Salette, ein wichtiger Ort lokaler Religionsgeschichte. Ihre Entstehung ist mit der Erinnerung an Choleraepidemien und einem Gelübde im 19. Jahrhundert verbunden. Bis heute ist die Kapelle Ziel religiöser Feiern und einer Wallfahrt, die zahlreiche Gläubige aus verschiedenen Teilen der Insel anzieht.
Auch außerhalb der Festtage lohnt der kurze Abstecher wegen der ruhigen Lage und des Blicks über Saint-Leu. Besucher sollten die Kapelle nicht lediglich als Fotokulisse behandeln: Während Gottesdiensten und Gebeten sind zurückhaltende Kleidung, leise Gespräche und diskretes Fotografieren angebracht. Die La-Salette-Tradition ist gelebtes religiöses Erbe und kein inszeniertes Folkloreangebot.
Hafen und Uferpromenade
Der Port de Saint-Leu ist ein kleiner Fischer- und Sportboothafen, kein Fährterminal für Verbindungen zu anderen Inseln. Rund um das Becken lässt sich das Alltagsleben des Küstenortes besonders gut beobachten. Fischerboote, Wassersportler, Spaziergänger und die nahe Gastronomie schaffen eine lebendige, aber überschaubare Atmosphäre.
Am späten Nachmittag wird die Promenade zum beliebten Treffpunkt. Die Sonne sinkt über dem Indischen Ozean, während Gleitschirme in Richtung Küste schweben. Ein Spaziergang vom Hafen entlang der Lagune vermittelt einen guten ersten Eindruck vom Ortszentrum. Für Sonnenuntergänge ist die Uferzone besonders reizvoll, ohne dass dafür ein abgelegener Klippenstandort aufgesucht werden muss.
Natur und Aktivitäten zwischen Riff und Höhenlagen

Gleitschirmfliegen über der Westküste
Saint-Leu zählt zu den bekanntesten Gleitschirmgebieten La Réunions. Viele Tandemflüge beginnen in den Höhenlagen bei Les Colimaçons und enden auf ausgewiesenen Flächen nahe der Küste. Während des Flugs öffnet sich der Blick über Zuckerrohrfelder, trockene Hänge, Lagune und Riffkante. Bei guter Sicht reicht das Panorama weit entlang der Westküste.
Für Urlauber kommen ausschließlich Flüge mit qualifizierten lokalen Fachbetrieben infrage. Startplatz, Flughöhe und Landezone hängen von Wind, Thermik und luftfahrtrechtlichen Vorgaben ab. Üblicherweise organisieren die Anbieter den Transfer vom vereinbarten Treffpunkt zum Start. Wetterbedingte Verschiebungen sind normal und ein Zeichen verantwortungsvoller Durchführung.
Auch ohne selbst zu fliegen, gehört das Beobachten der Schirme zum Stadtbild. Gute Perspektiven ergeben sich an der Küste und an den erhöhten Straßen von Colimaçons. Wer fotografiert, bleibt außerhalb der Landezone und hält Einfahrten sowie Zufahrtswege frei.
Le Souffleur: Brandung mit Überraschungseffekt
In der Küstenzone bei Pointe au Sel drückt die Brandung Wasser durch Hohlräume und Spalten im Lavagestein. Am Souffleur de Saint-Leu kann daraus eine plötzlich aufsteigende Wasserfontäne entstehen. Wie hoch sie ausfällt, hängt von Wellengang, Wasserstand und Richtung der Dünung ab; an ruhigen Tagen bleibt das Schauspiel entsprechend unspektakulär.
Der Reiz liegt nicht allein in der Fontäne, sondern auch in der rauen Lavalandschaft. Sichere Beobachtungspunkte befinden sich mit Abstand zur Brandung. Nasse Felsen, Gischt und unerwartet große Wellen machen die Kante gefährlich. Absperrungen sollten deshalb auch dann respektiert werden, wenn andere Besucher näher an das Wasser gehen.
Surfen an der Gauche de Saint-Leu
Die Gauche de Saint-Leu ist ein international bekannter linksbrechender Reefbreak. Unter passenden Bedingungen bildet sich eine lange, kraftvolle Welle über dem Riff. Der Spot richtet sich an sehr erfahrene Surfer, die mit flachem Korallenuntergrund, Strömungen und lokalem Verkehrsverhalten im Wasser umgehen können.
Die Gauche ist kein Anfängerstrand und auch kein gewöhnlicher Badeplatz. Für Reisende ist das Zuschauen vom Ufer häufig die bessere Option. Ob Wassersport außerhalb geschützter Lagunenbereiche erlaubt ist, hängt auf La Réunion von aktuellen behördlichen Regelungen, ausgewiesenen Zonen und Sicherheitsmaßnahmen ab. Die Beschilderung vor Ort ist verbindlich.
Walbeobachtung im südlichen Winter
Zwischen ungefähr Juni und Oktober halten sich Buckelwale in den Gewässern rund um La Réunion auf. Beginn und Ende der Saison schwanken von Jahr zu Jahr. Von der Westküste können Blas, Rücken oder Flossenschläge mit etwas Glück bereits vom Land aus erkannt werden. Ein Fernglas verbessert die Chancen und vermeidet unnötige Annäherungen.
Erhöhte Küstenpunkte bieten meist die beste Übersicht. Walbeobachtungen sind nie garantiert, selbst während der Hauptsaison. Bootsausfahrten starten nicht zwingend in Saint-Leu; Abfahrtshafen und Anbieter unterscheiden sich je nach Tour. Für Begegnungen auf See gelten Abstands- und Verhaltensregeln, die den Tieren Ruhe lassen.
Saint-Leu mit Kindern: Ausflüge für Familien

Die Gemeinde eignet sich gut für Familien, weil mehrere Attraktionen Naturbeobachtung mit verständlicher Wissensvermittlung verbinden. Kélonia ist dabei die erste Adresse, gefolgt von Stella Matutina und seinen großen Maschinen. In der Lagune können Kinder bei ruhigen, freigegebenen Bedingungen erste Schnorchelerfahrungen sammeln, müssen wegen Korallenboden und wechselnder Wassertiefe aber stets begleitet werden.
- Kélonia: Schildkrötenbecken, Meeresbiologie und Artenschutz.
- Stella Matutina: audiovisuelle Stationen, Industriegeschichte und große Maschinen.
- La Maison du Coco: Vermittlung rund um Kokospalme, Verarbeitung und lokale Produkte.
- Mascarin: weitläufige Gärten für ältere Kinder mit Interesse an Pflanzen und Natur.
- Uferpromenade: kurzer Spaziergang mit Hafen, Lagune und Blick auf landende Gleitschirme.
La Maison du Coco an der Pointe des Châteaux ergänzt einen Besuch bei Kélonia besonders gut. Im Mittelpunkt stehen Verwendung und Verarbeitung der Kokospalme, von Lebensmitteln bis zu handwerklichen Produkten. Workshops und Vorführungen sind stärker an feste Programme gebunden als ein normaler Museumsbesuch.
Für Regentage ist Stella Matutina das verlässlichste umfangreiche Indoor-Ziel. Kélonia besitzt überdachte und geschlossene Ausstellungsbereiche, ein Teil des Rundgangs führt jedoch ins Freie. Mascarin entfaltet seinen Reiz vor allem bei trockenem Wetter, weil die Gartenwege den größten Anteil des Besuchs ausmachen.
Kultur, Markt und Veranstaltungen

Leu Tempo und Le Séchoir
Mit Le Séchoir besitzt Saint-Leu einen bedeutenden Veranstaltungsort für zeitgenössisches Theater, Tanz, Zirkus und Figurentheater. Das Programm richtet sich nicht nur an ein touristisches Publikum, sondern ist fest in der Kulturszene La Réunions verankert. Einige Produktionen arbeiten mit kreolischer Sprache oder regionalen Themen, andere bringen internationale Ensembles auf die Insel.
Besonders sichtbar wird diese Arbeit beim Festival Leu Tempo. Dann verwandeln sich Plätze und Straßen in Bühnen für Zirkus, Straßentheater, Musik und visuelle Inszenierungen. Kostenlose Darbietungen stehen neben ticketpflichtigen Vorstellungen. Während des Festivals ist das Zentrum voller und einzelne Straßen können für Aufführungen oder Publikumsflächen gesperrt sein.
Marché forain de Saint-Leu
Der Wochenmarkt im Küstenzentrum ist die beste Adresse für einen unkomplizierten Einblick in Lebensmittel und Alltagskultur der Insel. An den Ständen liegen Ananas, Bananen, Papayas, saisonale Mangos, Kräuter, Gewürze und eingelegte Spezialitäten. Hinzu kommen Textilien, Körbe, Schmuck und kleinere kunsthandwerkliche Produkte.
Der Marché forain findet traditionell am Samstagvormittag statt. Ein früher Besuch ist angenehmer, weil die Auswahl größer und die Hitze geringer ist. Bei Lebensmitteln lohnt es sich, nach Herkunft und Saison zu fragen: Nicht jedes als tropisch wahrgenommene Produkt stammt automatisch aus Saint-Leu oder überhaupt von La Réunion.
Kleine Läden statt großer Einkaufszentren
Saint-Leu ist kein Ziel für ausgedehnte Shoppingcenter-Touren. Im Zentrum dominieren kleinere Geschäfte, Lebensmitteladressen, Boutiquen und Läden mit Inselprodukten. Sinnvolle Mitbringsel sind Gewürze, Vanille, Chutneys, lokale Konfitüren, Kunsthandwerk und – bei entsprechender Kennzeichnung – Salz von Pointe au Sel.
Bei Produkten aus Korallen, Schildkrötenpanzer oder geschützten Hölzern ist Zurückhaltung selbstverständlich. Nachhaltige Souvenirs stammen aus legalen, nachvollziehbaren Materialien. Der Markt und kleinere Fachgeschäfte bieten dafür bessere Möglichkeiten als anonyme Strandverkäufe.
Essen und kreolische Spezialitäten

Die Küche von Saint-Leu ist Teil der vielfältigen kreolischen Küche La Réunions. Ein typisches Cari wird meist mit Reis, Hülsenfrüchten und einem würzigen Rougail serviert. Rougail bezeichnet je nach Zusammenhang eine pikante Beilage oder ein eigenständiges Gericht wie Rougail saucisse; beide Begriffe sind daher nicht einfach austauschbar.
Für einen schnellen Imbiss bieten sich samoussas und bouchons réunionnais an. Samoussas sind gefüllte, frittierte Teigtaschen, während Bouchons kleine gedämpfte Fleischbissen sind, deren Form an asiatische Teigtaschen erinnert. Beliebt sind außerdem gâteau patate aus Süßkartoffeln, frische Fruchtsäfte und Gerichte mit Fisch, sofern Fang und Herkunft nachvollziehbar sind.
Zu den etablierten gastronomischen Adressen der Gemeinde zählen Le Zat an der Küste sowie Kotémer und La Trattoria beim Iloha Seaview Hotel. Kotémer orientiert sich stärker an regionalen und maritimen Aromen, La Trattoria an italienisch geprägter Küche. Rund um Zentrum, Hafen und Promenade finden sich weitere kleinere Restaurants und Snackbars. An Wochenenden und während Leu Tempo ist eine Reservierung bei gefragten Häusern sinnvoll.
Ausflüge und Reiseplanung
Ein Tag in Saint-Leu
Ein kompakter Tagesbesuch beginnt am Vormittag bei Kélonia, wenn die Konzentration für die Ausstellungen noch hoch ist. Anschließend führt die Route ins Küstenzentrum zum Mittagessen und zu einem Spaziergang am Hafen. Am Nachmittag folgen Pointe au Sel, Salinen und Le Souffleur. Für den Sonnenuntergang eignet sich die Promenade besser als eine ungesicherte Lavakante.
Zwei bis drei Tage für Küste und Höhenlagen
Mit zwei Tagen lässt sich Stella Matutina ergänzen, ohne die Museen hastig zu durchlaufen. Ein dritter Tag schafft Raum für Mascarin und einen wetterabhängigen Tandemflug. Küste und Höhenlagen sollten als getrennte Ausflugsbereiche geplant werden: Obwohl sie auf der Karte nah wirken, überwinden die kurvigen Straßen beträchtliche Höhenunterschiede.
- Tag 1: Kélonia, Lagune, Hafen und Ortszentrum.
- Tag 2: Stella Matutina, Pointe au Sel und Le Souffleur.
- Tag 3: Mascarin in Les Colimaçons, optional Gleitschirmflug.
Unterwegs auf der alten Küstenstraße
Die RN1A verbindet Abschnitte der Westküste und eignet sich für eine gemächliche Küstenfahrt mit Stopps. Im Gegensatz zur schnelleren Hauptverbindung steht hier das Landschaftserlebnis im Vordergrund. Von Saint-Leu lassen sich weitere Orte des Westens erreichen, darunter L’Étang-Salé im Süden sowie Saint-Gilles-les-Bains und Saint-Paul im Norden.
Für längere Inselausflüge sind der Vulkan Piton de la Fournaise, die Talkessel Cilaos und Mafate sowie die feuchtere Ostküste eigenständige Tagesziele. Sie liegen nicht in Saint-Leu und sollten wegen der Gebirgsstraßen nicht mit einem kurzen Strandprogramm kombiniert werden.
Anreise und Mobilität
Die meisten internationalen Reisenden erreichen La Réunion über den Flughafen Roland Garros bei Saint-Denis. Der kleinere Flughafen Pierrefonds bei Saint-Pierre bedient vor allem regionale Verbindungen. Saint-Leu liegt an der Westküste und ist über das Straßennetz sowie regionale Buslinien erreichbar.
Im Küstenzentrum kann vieles zu Fuß erledigt werden. Für Kélonia, Pointe au Sel, Stella Matutina, Mascarin und die Höhenlagen ist ein Fahrzeug jedoch deutlich praktischer. Die Gemeinde erstreckt sich vom Meer weit hinauf in die Hauts; geringe Luftlinien täuschen deshalb über Steigungen und Fahrstrecken hinweg.
Wer einen Mietwagen nutzt, sollte bei Abstechern nach Colimaçons und Piton Saint-Leu kurvige Straßen und wechselnde Sicht einplanen. Busse verbinden Küste und größere Ortsteile, verkehren in den Höhenlagen aber weniger flexibel als im dicht besiedelten Küstenband. Der Hafen von Saint-Leu besitzt keine reguläre touristische Fährverbindung zu Mauritius oder anderen Inseln.
Beste Reisezeit für Saint-Leu
Saint-Leu liegt auf der vergleichsweise trockenen Leeseite La Réunions und erhält häufig mehr Sonne als die Ostküste. Von Mai bis Oktober herrscht der kühlere, meist trockenere Südwinter. Diese Monate eignen sich gut für Ausflüge, botanische Gärten und Aktivitäten in den Höhenlagen. Zwischen Juni und Oktober besteht außerdem die Möglichkeit, Buckelwale vor der Küste zu beobachten.
Von November bis April ist es wärmer, feuchter und schwüler. In diese Zeit fällt auch die tropische Zyklonsaison. Ein Zyklon ist keineswegs während jeder Reise zu erwarten, doch Starkregen, hoher Wellengang und kurzfristige Sperrungen sind möglich. Wetterwarnungen von Météo-France und behördliche Anweisungen sollten dann konsequent beachtet werden.
Die UV-Strahlung ist ganzjährig hoch. Für Pointe au Sel und offene Küstenwege gehören Kopfbedeckung, Sonnenschutz und Trinkwasser zur Grundausstattung. In Colimaçons kann es gleichzeitig bewölkt und deutlich kühler sein. Leichte Kleidung für die Küste und eine zusätzliche Schicht für die Höhenlagen sind deshalb eine sinnvolle Kombination.
Häufige Fragen zu Saint-Leu
In welchem Land liegt Saint-Leu?
Saint-Leu gehört zu Frankreich und liegt im französischen Überseedépartement La Réunion. Geografisch befindet sich die Insel im Indischen Ozean östlich von Madagaskar und wird der afrikanischen Großregion zugerechnet. Bezahlt wird mit dem Euro.
Kann man in Saint-Leu sicher baden?
Gebadet wird nur in ausdrücklich freigegebenen und beschilderten Bereichen, insbesondere in geeigneten Abschnitten der Lagune. Offener Ozean, Surfspot und Lagune sind nicht gleichzusetzen. Lokale Flaggen, Sperrungen und Hinweise der Rettungsdienste haben stets Vorrang.
Ist Saint-Leu für Familien geeignet?
Ja. Kélonia, Stella Matutina, La Maison du Coco und die Uferpromenade bieten konkrete Familienziele. Die Lagune eignet sich bei ruhigen, erlaubten Bedingungen ebenfalls, wobei kleine Kinder wegen Korallenboden und wechselnder Tiefe eng begleitet werden müssen.
Wo startet man zum Gleitschirmfliegen?
Viele Tandemflüge starten in den Höhenlagen bei Les Colimaçons und landen nahe der Küste. Treffpunkt, Transfer und konkreter Startplatz werden vom jeweiligen Fachbetrieb abhängig von Wetter und Wind festgelegt.
Wie lange sollte man für Saint-Leu einplanen?
Ein Tag reicht für Kélonia, Ortszentrum und Pointe au Sel. Für Stella Matutina, Mascarin, einen Tandemflug und entspannte Zeit an der Lagune sind zwei bis drei Tage wesentlich angenehmer.
Kann man von Saint-Leu aus Wale sehen?
Im südlichen Winter, meist ungefähr zwischen Juni und Oktober, können Buckelwale vor der Westküste auftauchen. Beobachtungen vom Land sind möglich, aber nicht garantiert. Ein erhöhter Standort und ein Fernglas verbessern die Chancen.
Gibt es Fähren ab Saint-Leu?
Nein, der Port de Saint-Leu ist ein kleiner Fischer- und Sportboothafen. Es gibt dort keine reguläre touristische Fährverbindung zu Mauritius, Madagaskar oder anderen Inseln.
Braucht man in Saint-Leu einen Mietwagen?
Für Strand, Hafen, Markt und Restaurants im Zentrum nicht zwingend. Wer jedoch Kélonia, Pointe au Sel, Stella Matutina, Mascarin und die höher gelegenen Ortsteile flexibel verbinden möchte, ist mit einem Mietwagen deutlich unabhängiger.