Goma in der DR Kongo: Stadtporträt zwischen See und Vulkanen

25. Oktober 2026 Von chrissi Aus
Reiseziel mit Lagekarte in Goma, Afrika

Schwarze Lavaflächen, dicht bebaute Viertel und das weite Blau des Kivusees bestimmen das Bild von Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die Provinzhauptstadt von Nord-Kivu liegt direkt an der Grenze zu Ruanda und im Schatten des aktiven Vulkans Nyiragongo.

Goma lässt sich gegenwärtig nicht wie ein gewöhnliches Städtereiseziel beschreiben. Die Einnahme der Stadt durch die M23-Offensive im Januar 2025, bewaffnete Auseinandersetzungen und eine instabile Versorgungslage verlangen eine tagesaktuelle Sicherheitsbewertung. Dieses Porträt ordnet deshalb Landschaft, Kultur und bedeutende Orte ein, ohne daraus eine Reiseempfehlung oder einen verlässlich buchbaren Reiseplan abzuleiten.

Goma auf einen Blick

Information Details
Lage Demokratische Republik Kongo, Provinz Nord-Kivu; am Nordufer des Kivusees und unmittelbar an der Grenze zu Ruanda
Touristische Attraktionen Kivusee, Monument du Chukudu, von Lava geprägte Stadtlandschaft
Natur Lac Vert am westlichen Rand des Siedlungsraums; Virunga-Vulkanlandschaft nördlich der Stadt
Alltagskultur Marché de Kituku, Chukudu-Lastentransporte, Fischhandel am Kivusee
Kultur Institut français de Goma mit der Halle des Volcans; Festival Amani als bedeutende Kulturinitiative der Stadt
Kulinarik Frittierte Sambaza aus dem Kivusee, Isombe, Fufu beziehungsweise Bukari und Kochbananen
Shopping Marché de Kituku für Fisch, Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs
Ausflüge in die Umgebung Nyiragongo, Virunga-Nationalpark und Île de Tchegera; alle außerhalb des eigentlichen Stadtgebiets

Eine aktuelle Einwohnerzahl und eine methodisch eindeutig belegte Stadtfläche werden hier bewusst nicht genannt. Die letzte landesweite Volkszählung der DR Kongo fand 1984 statt. Seitdem ist Goma durch natürliches Wachstum, Zuzug und wiederholte Fluchtbewegungen stark gewachsen. Neuere Schätzungen beziehen sich häufig auf unterschiedliche Stadtgrenzen oder auf die gesamte urbane Agglomeration.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Stadtbilder in Goma

Bildcollage: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Stadtbilder in Goma

Der Kivusee: Gomas offene Seite

Goma liegt am Nordufer des Kivusees, eines großen Grabensees zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda. Während die Stadt im Norden von Vulkanen und Lavafeldern begrenzt wird, öffnet sie sich nach Süden zum Wasser. Von geeigneten Uferpunkten reicht der Blick über die breite Seefläche und bei klarer Sicht zu den ruandischen Uferlandschaften.

Der See ist keine bloße Kulisse. Er verbindet Fischerei, regionalen Handel und Personenverkehr. Kleine Fische, insbesondere Sambaza, gelangen von hier auf die Märkte und in die Küchen Gomas. Am Hafen und an einfacheren Anlegestellen treffen Boote, Händler, Lastenträger und Fahrzeuge aufeinander. Der Port de Goma ist allerdings in erster Linie eine Arbeits- und Verkehrsanlage, keine frei zugängliche Promenade.

Auch naturwissenschaftlich ist der Kivusee ungewöhnlich. In seinen tiefen Wasserschichten sind große Mengen gelöster Gase gespeichert. Diese Besonderheit wird durch vulkanische und geologische Prozesse im Ostafrikanischen Graben beeinflusst. Daraus sollte weder eine pauschale Gefahrenbehauptung noch eine unkritische Badeempfehlung abgeleitet werden. Wasserqualität, örtliche Strömungen und sicherheitsbedingte Zugangsbeschränkungen unterscheiden sich je nach Uferabschnitt.

Eine Stadt auf Lava

Gomas auffälligstes Stadtmerkmal ist das dunkle vulkanische Gestein. Lava erscheint als Baumaterial in Mauern und Grundstücksbegrenzungen, liegt zwischen Häusern oder bildet unebene Flächen entlang von Straßen. Die Stadt steht in einer geologisch hochaktiven Zone des westlichen Ostafrikanischen Grabens, nur wenige Kilometer südlich der Virunga-Vulkane.

Besonders tief prägte der Ausbruch des Nyiragongo im Januar 2002 das Stadtgebiet. Lavaströme durchquerten Wohn- und Geschäftsviertel, zerstörten Gebäude und beschädigten einen Teil der Start- und Landebahn des Flughafens. Der Wiederaufbau erfolgte vielerorts direkt auf erkalteter Lava. Dadurch entstand ein Stadtbild, in dem Naturkatastrophe und Alltagsleben ungewöhnlich eng nebeneinanderstehen.

Beim erneuten Ausbruch im Mai 2021 bewegte sich Lava wieder in Richtung des nördlichen Siedlungsraums. Zusätzlich führten Erdbeben und die Sorge vor weiteren Spaltenöffnungen zu großräumigen Evakuierungen. Sichtbare Lavaflächen sind deshalb keine inszenierten Attraktionen, sondern Teil einer weiterhin aktiven Risikolandschaft. Eigenständige Spaziergänge über ungesichertes Lavagelände sind weder eine reguläre Wanderung noch ein verantwortbares Freizeitangebot.

Monument du Chukudu: Symbol der Transportstadt

Das Monument du Chukudu stellt eines der charakteristischsten Verkehrsmittel Nord-Kivus in den Mittelpunkt. Ein Chukudu ist ein robuster, meist aus Holz gebauter Lastroller mit zwei Rädern, Lenkstange und gepolsterter Auflage. Fahrer schieben oder stoßen ihn mit einem Bein an und nutzen Gefälle, um schwere Waren durch die Stadt zu bewegen.

In Goma sind Chukudus eng mit Märkten, Baustellen und dem kleinteiligen Warenverkehr verbunden. Sie transportieren Säcke, Kanister, Holzkohle, Lebensmittel und andere Güter. Das Denkmal verweist daher nicht auf ein folkloristisches Spielzeug, sondern auf lokale Handwerkskunst und wirtschaftliche Selbstorganisation in einer Stadt, deren Straßen und Versorgungssysteme immer wieder unter erheblichem Druck stehen.

Als Fotomotiv ist das Monument vergleichsweise leicht erkennbar. Bei Aufnahmen im öffentlichen Raum ist dennoch Zurückhaltung angebracht: Kontrollpunkte, bewaffnete Kräfte, Verwaltungsgebäude und sicherheitsrelevante Infrastruktur sollten nicht fotografiert werden. Für Porträts von Chukudu-Fahrern ist eine ausdrückliche Zustimmung erforderlich.

Marché de Kituku: Fischhandel am westlichen Seeufer

Der Marché de Kituku im westlichen Teil Gomas ist vor allem ein Versorgungsmarkt. Bekannt ist er für den Handel mit Fisch aus dem Kivusee. Kleine Sambaza werden frisch, getrocknet oder für die weitere Verarbeitung angeboten; daneben gelangen größere Fische, Gemüse, Hülsenfrüchte und Waren des täglichen Bedarfs in den Verkauf.

Der Markt zeigt die wirtschaftliche Verbindung zwischen Stadt und See besonders deutlich. Boote liefern Fänge an, Händlerinnen sortieren die Ware, während Chukudus und andere Transportmittel die Verteilung in die Stadt übernehmen. Das ist kein auf Besucher zugeschnittenes Markterlebnis, sondern ein arbeitsintensiver Handelsplatz, an dem Fotografieren und längere Interviews nur mit Zustimmung erfolgen sollten.

Für eine journalistische Beschäftigung mit Goma ist Kituku besonders aufschlussreich: Hier lassen sich Ernährung, Transport, informeller Handel und die Bedeutung des Kivusees gemeinsam beobachten. Gleichzeitig erfordern Menschenmengen, wechselnde Sicherheitslagen und sensible wirtschaftliche Situationen eine ortskundige Begleitung.

Lac Vert: Kratersee im Westen Gomas

Der Lac Vert liegt westlich des dichter bebauten Zentrums im Umfeld von Mugunga. Der kleine See füllt einen vulkanischen Krater und ist von steilen, begrünten Hängen umgeben. Seine grünliche Erscheinung und die kompakte Kraterform unterscheiden ihn deutlich von der offenen Wasserfläche des Kivusees.

Geografisch wird Lac Vert häufig Goma zugerechnet; die genaue administrative Einordnung einzelner Randgebiete wird jedoch nicht in allen Karten einheitlich dargestellt. Treffender ist deshalb die Bezeichnung westlicher Rand des Gomaer Siedlungsraums. Der Weg dorthin führt durch Gebiete, deren Zugänglichkeit stark von der jeweiligen Sicherheitslage abhängt.

Ein ausgebauter Rundwanderweg mit verlässlicher touristischer Infrastruktur ist nicht belegt. Auch das Ufer sollte nicht pauschal als Badeplatz beschrieben werden. Der Wert des Ortes liegt vor allem in seiner vulkanischen Entstehung, dem Kontrast zwischen Wasser und Kraterhang sowie seiner Lage innerhalb einer dicht besiedelten Landschaft.

Cathédrale Saint-Joseph und das religiöse Stadtbild

Die Cathédrale Saint-Joseph de Goma gehört zum römisch-katholischen Bistum Goma. Ihre Geschichte ist mit dem Wachstum der Stadt und den wiederholten Vulkanausbrüchen verbunden. Besonders der Ausbruch von 2002 beschädigte kirchliche Gebäude und veränderte das umliegende Gelände nachhaltig.

Religiöse Einrichtungen übernehmen in Goma weit mehr als liturgische Aufgaben. Kirchen und kirchliche Organisationen sind in Bildung, Gesundheitsversorgung, humanitärer Hilfe und der Unterstützung vertriebener Familien aktiv. Ein Besuch sollte deshalb Gottesdienste und soziale Arbeit respektieren. Fotografien im Inneren oder während religiöser Feiern bedürfen einer vorherigen Erlaubnis.

Kultur, Musik und kreative Stadtgesellschaft

Bildcollage: Kultur, Musik und kreative Stadtgesellschaft in Goma

Halle des Volcans

Das Institut français de Goma ist mit seiner Halle des Volcans ein wichtiger Ort für Ausstellungen, Film, Tanz, Theater, Diskussionen und Musik. Sein Name greift die allgegenwärtige Vulkanlandschaft auf. Das Zentrum fördert sowohl kongolesische Künstlerinnen und Künstler als auch den kulturellen Austausch mit anderen Ländern.

In friedlicheren Phasen war die Halle ein wichtiger Treffpunkt für junge Kulturschaffende und ein möglicher Ort für Veranstaltungen an Regentagen. Das Programm ist jedoch nicht als dauerhaft verfügbar anzusehen. Politische Umbrüche, Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen der Energieversorgung können den Betrieb unmittelbar beeinflussen.

Festival Amani

Das in Goma entstandene Festival Amani verbindet Musik, Tanz, gesellschaftliche Debatten und Friedensarbeit. „Amani“ bedeutet auf Swahili „Frieden“. Seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2014 entwickelte sich das Festival zu einer der sichtbarsten Kulturinitiativen im Osten der DR Kongo und brachte Künstler aus der Region der Großen Seen mit internationalen Gästen zusammen.

Historisch war das Festival eng mit Veranstaltungsorten wie dem Collège Mwanga verbunden. Es sollte Goma nicht auf Konflikt und Katastrophen reduzieren, sondern die Kreativität und den Zusammenhalt seiner Bevölkerung sichtbar machen. Wegen der Sicherheitsentwicklung wurden Ausgaben abgesagt oder verändert. Das Festival ist daher Teil der kulturellen Identität Gomas, aber kein jährlich garantiertes Reiseereignis.

Chukudu, Mode und bildende Kunst

Die kreative Szene verarbeitet häufig Themen wie Vulkanismus, Vertreibung, Frieden und urbanen Alltag. Malerei, Fotografie, Tanz und Mode greifen dunkles Lavagestein, farbige Stoffe und den Chukudu als wiederkehrende Motive auf. Kleine Chukudu-Modelle werden gelegentlich als Handwerksobjekte gefertigt, doch es gibt kein verlässlich dokumentiertes, zentral organisiertes Souvenirviertel.

Wer Kunst oder Holzarbeiten erwirbt, sollte direkt nach Herkunft und Urheberschaft fragen. Für ältere Objekte, bestimmte Holzarten oder Gegenstände mit möglicher kultureller Bedeutung können Ausfuhrregeln gelten. Ein Kauf auf einem Markt ersetzt keine rechtlich gültige Ausfuhrgenehmigung.

Essen in Goma: Fisch, Maniok und regionale Alltagsküche

Bildcollage: Essen in Goma: Fisch, Maniok und regionale Alltagsküche

Sambaza aus dem Kivusee

Sambaza sind kleine Fische aus dem Kivusee, die häufig frittiert und im Ganzen serviert werden. Sie können als Snack, Vorspeise oder Bestandteil einer größeren Mahlzeit auf den Tisch kommen. Dazu passen Kochbananen, Kartoffeln, Reis oder eine feste stärkehaltige Beilage.

Der Begriff bezeichnet keine ausschließlich in Goma vorkommende Spezialität: Sambaza sind rund um den Kivusee verbreitet, also auch in anderen Teilen der DR Kongo und in Ruanda. In Goma stehen sie jedoch besonders deutlich für die Verbindung zwischen Fischerei, Markt und Stadtküche.

Isombe, Fufu und Bukari

Isombe wird aus fein zerkleinerten Maniokblättern zubereitet und je nach Rezept mit Öl, Gewürzen oder weiteren Zutaten ergänzt. Fufu, Bukari oder Ugali dienen als sättigende Beilage; Bezeichnungen und Zubereitung unterscheiden sich regional und von Haushalt zu Haushalt. Häufig kommen außerdem Bohnen, Kochbananen, Gemüse und gegrilltes Fleisch auf den Tisch.

Eine feste Liste „typischer Goma-Gerichte“ wäre irreführend, weil die Küche zahlreiche Einflüsse aus Nord- und Süd-Kivu sowie aus den Nachbarländern aufnimmt. Aussagekräftiger ist die Kombination aus Kivuseefisch und ostkongolesischer Alltagsküche. Aktuelle Restaurantempfehlungen sind in einer Krisensituation wenig belastbar, da Betriebe kurzfristig schließen, umziehen oder ihr Angebot einschränken können.

Ausflugsziele außerhalb von Goma

Bildcollage: Ausflugsziele außerhalb von Goma

Nyiragongo: aktiver Vulkan nördlich der Stadt

Der Nyiragongo erhebt sich nördlich von Goma im Virunga-Nationalpark. Er zählt zu den aktivsten Vulkanen Afrikas und war lange für einen zeitweise sichtbaren Lavasee im Gipfelkrater bekannt. Historische Bilder dieses Lavasees dürfen jedoch nicht als Garantie für den gegenwärtigen Zustand verstanden werden.

Frühere Trekkingtouren begannen gewöhnlich am Kibati Patrol Post außerhalb Gomas. Der Aufstieg führte steil durch verschiedene Vegetationszonen bis zum Kraterrand. Durch bewaffnete Konflikte, Eruptionen und Schäden an der Infrastruktur ist daraus kein spontan planbarer Ausflug abzuleiten. Nyiragongo liegt zudem nicht innerhalb der Stadt Goma.

Virunga-Nationalpark

Der 1925 gegründete Virunga-Nationalpark umfasst eine außerordentlich vielfältige Landschaft mit Vulkanen, Bergwäldern, Savannen, Feuchtgebieten und Teilen des Ruwenzori-Gebirges. Goma diente historisch als logistischer Ausgangspunkt für einzelne Parksektoren, ist selbst aber weder Nationalpark noch Safarigebiet.

Berggorillas leben in weiter nördlich gelegenen beziehungsweise gesondert verwalteten Parkbereichen. Eine Gorilla-Beobachtung ist deshalb kein kurzer Stadtspaziergang und keine Aktivität, die sich ohne Parkgenehmigung, gesicherten Zugang und autorisierte Begleitung unternehmen lässt. Gleiches gilt für Wanderungen, Tierbeobachtungen und Fahrten in entlegene Sektoren.

Île de Tchegera

Die sichelförmige Île de Tchegera liegt im Kivusee südlich von Goma und gehört zum Virunga-Nationalpark. Die Insel ist der Rest eines teilweise überfluteten Vulkankraters. Historisch wurde sie per Boot von Goma aus erreicht und wegen ihrer Aussicht auf den See und die Virunga-Vulkane besucht.

Tchegera ist keine frei zugängliche Stadtinsel. Bootsverkehr, Anleger, Parkbetrieb und Übernachtungsmöglichkeiten hängen von Genehmigungen und der Sicherheitslage ab. Eine private Bootsfahrt ohne bestätigte Route und zuständige Betreiber wäre keine verantwortbare Alternative.

Gisenyi und Rubavu liegen in Ruanda

Unmittelbar östlich von Goma beginnt die ruandische Stadtlandschaft von Gisenyi im Distrikt Rubavu. Obwohl beide Siedlungsräume geografisch direkt aneinandergrenzen, gehören sie zu verschiedenen Staaten. Gisenyi ist weder ein Stadtteil Gomas noch dürfen seine Strände und Uferanlagen als Sehenswürdigkeiten von Goma ausgegeben werden.

Die Grande Barrière und die Petite Barrière verbinden beide Seiten der Grenze. Ein Grenzübertritt setzt gültige Einreise- und Ausreisedokumente voraus und kann durch politische Entscheidungen, Kontrollen oder Sicherheitsmaßnahmen eingeschränkt werden. Die räumliche Nähe ersetzt weder ein Visum noch eine bestätigte Grenzöffnung.

Praktische Lage und verantwortbare Reiseplanung

Sicherheitslage

Für die Demokratische Republik Kongo und insbesondere für Nord-Kivu bestehen weitreichende Sicherheitsrisiken. Die M23-Offensive und die Einnahme Gomas Ende Januar 2025 veränderten territoriale Kontrolle, Verwaltung und Verkehrswege grundlegend. Bewaffnete Auseinandersetzungen, nicht explodierte Kampfmittel, Kriminalität, Kontrollpunkte und Versorgungsengpässe können auch innerhalb des Stadtgebiets relevant sein.

Eine touristische Reise sollte nicht allein anhand älterer Reiseführer, Karten oder Buchungsportale geplant werden. Maßgeblich sind die aktuelle Reisewarnung des Auswärtigen Amts, Hinweise der Vereinten Nationen sowie bestätigte Informationen zu Flughafen, Straßen und Grenzübergängen. Bei bestehender Reisewarnung ist Goma kein regulär empfohlenes Reiseziel.

Flughafen, Straßen und Grenzübergänge

Der internationale Flughafen Goma trägt den IATA-Code GOM. Seine Start- und Landebahn wurde beim Ausbruch von 2002 teilweise von Lava bedeckt. Ob zivile Verbindungen stattfinden und wer den Zugang kontrolliert, kann sich in einer Konfliktlage kurzfristig ändern. Ein veröffentlichter Flugplan ist daher allein kein ausreichender Nachweis für eine verlässliche Verbindung.

Innerhalb Gomas erschweren unbefestigte Abschnitte, Lavageröll, starke Regenfälle und beschädigte Infrastruktur die Fortbewegung. Fußwege sind vielfach uneben oder nicht klar vom Fahrverkehr getrennt. Nach Einbruch der Dunkelheit steigen die Risiken zusätzlich. Auch Fahrzeuge mit Fahrer ersetzen keine aktuelle Sicherheitsfreigabe.

Regen, Klima und Vulkanrisiko

Goma liegt nahe am Äquator, aber auf ungefähr 1.500 Metern Höhe. Dadurch sind die Temperaturen meist gemäßigter, als die geografische Breite vermuten lässt. Regen kann Straßen in kurzer Zeit schwer passierbar machen; Trockenphasen bringen dagegen Staub auf unbefestigten Wegen. Eine eindeutig abgegrenzte touristische Hauptsaison ist angesichts der Sicherheitslage wenig aussagekräftig.

Vulkanische Risiken bestehen unabhängig vom Reisewetter. Informationen des Observatoire Volcanologique de Goma betreffen Erdbeben, Gasemissionen und die Aktivität der umliegenden Vulkane. Die Einrichtung ist ein wissenschaftliches Observatorium und kein reguläres öffentliches Vulkanmuseum.

Familien und Barrierearmut

Für Kinder sind in Goma keine dauerhaft belegten klassischen Attraktionen wie Zoo, Aquarium oder großer Freizeitpark dokumentiert. Hafenanlagen, ungesicherte Lavafelder, spontane Bootsfahrten und Vulkanbesteigungen eignen sich nicht als pauschale Familienangebote. Kulturveranstaltungen können familiengeeignet sein, wenn sie tatsächlich stattfinden und der Veranstaltungsort sicher erreichbar ist.

Barrierearme Infrastruktur ist nur eingeschränkt vorhanden. Lavagestein, Schlaglöcher, fehlende Gehwege, hohe Bordsteine und Stromausfälle können Menschen mit eingeschränkter Mobilität erheblich behindern. Auch bei Gebäuden mit ebener Zufahrt sind barrierefreie Sanitäranlagen oder Aufzüge nicht selbstverständlich.

Warum die Einwohnerzahlen von Goma so stark abweichen

Die letzte landesweite Volkszählung der DR Kongo stammt aus dem Jahr 1984. Damals war Goma wesentlich kleiner als heute. Seitdem führten natürliches Bevölkerungswachstum, Landflucht, regionale Konflikte und die Aufnahme zahlreicher Binnenvertriebener zu einer starken Ausdehnung des Siedlungsraums.

Aktuelle Angaben unterscheiden oft nicht zwischen der administrativen Ville de Goma, dem durchgehend bebauten Ballungsraum und vorübergehend anwesenden Vertriebenen. Hinzu kommt, dass die Stadt aus den beiden Stadtgemeinden Goma und Karisimbi besteht. Die Commune de Goma ist somit nur ein Teil der Gesamtstadt und darf nicht mit ihr gleichgesetzt werden.

Auch eine häufig genannte Fläche von 75,72 Quadratkilometern ist ohne eindeutig ausgewiesene Verwaltungsgrenze problematisch. Je nach Datensatz können westliche Siedlungen, Lavafelder oder Randgebiete unterschiedlich behandelt werden. Seriöser als eine scheinpräzise Zahl ist deshalb der Hinweis, dass Fläche und heutige Bevölkerung methodisch nicht einheitlich bestimmt sind.

Häufige Fragen zu Goma

In welchem Land liegt Goma?

Goma liegt in der Demokratischen Republik Kongo und ist die Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu. Die Stadt befindet sich am Nordufer des Kivusees unmittelbar an der Grenze zu Ruanda.

Ist Gisenyi ein Stadtteil von Goma?

Nein. Gisenyi gehört zum ruandischen Distrikt Rubavu. Goma und Gisenyi grenzen direkt aneinander, liegen aber in zwei verschiedenen Staaten und sind durch internationale Grenzübergänge getrennt.

Kann man Goma derzeit touristisch besuchen?

Goma ist angesichts bewaffneter Konflikte und wechselnder Kontrolle kein normal planbares Städtereiseziel. Vor jeder unvermeidbaren Reise sind die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts, der Vereinten Nationen und lokaler Behörden entscheidend.

Liegt der Nyiragongo in Goma?

Nein. Der Nyiragongo liegt nördlich der Stadt im Virunga-Nationalpark. Goma ist stark von seinen Ausbrüchen betroffen, doch der Vulkan gehört nicht zum eigentlichen Stadtgebiet.

Was ist ein Chukudu?

Ein Chukudu ist ein meist hölzerner, zweirädriger Lastroller. In Goma und anderen Teilen Nord-Kivus dient er zum Transport schwerer Waren. Das Monument du Chukudu würdigt diese lokale Transport- und Handwerkstradition.

Kann man im Kivusee baden?

Eine pauschale Badeempfehlung ist nicht sinnvoll. Zugang, Wasserqualität, Bootsverkehr und lokale Sicherheitsbedingungen unterscheiden sich je nach Uferabschnitt. Ruandische Strandabschnitte bei Gisenyi dürfen zudem nicht Goma zugerechnet werden.

Welche Spezialität ist für Goma typisch?

Besonders eng mit der Stadt verbunden sind frittierte Sambaza, kleine Fische aus dem Kivusee. Daneben sind Isombe aus Maniokblättern, Fufu oder Bukari, Bohnen, Kochbananen und gegrillte Speisen verbreitet.

Gibt es eine verlässliche Einwohnerzahl für Goma?

Nein, eine aktuelle und methodisch eindeutige Zahl ist öffentlich schwer zu bestimmen. Schätzungen verwenden unterschiedliche Stadtgrenzen und beziehen Binnenvertriebene nicht immer nachvollziehbar ein. Angaben zur administrativen Stadt und zur urbanen Agglomeration Goma sind daher nicht direkt vergleichbar.

Spread the love

Lage

Goma in Google Maps zeigen

Pauschalreisen nach CD vergleichen

Für Goma wird der Reisevergleich für CD angezeigt.